Historie
    

Katholische Kirche in Eschwege seit der Reformation.

Landgraf Ernst von Hessen-Rheinfels, sechster Sohn Moritz des Gelehrten aus dessen zweiter Ehe und nach dem Tode seiner Brüder alleiniger Herr über die Rotenburger Quart, konvertierte im Jahre 1652 zum Katholizismus. In der Folgezeit wurde im Eschweger Landgrafenschloss gelegentlich ein nicht öffentlicher katholischer Gottesdienst für die Angehörigen des landgräflichen Hofes gehalten. In der ersten Hälfte des 18. Jh. hatte der - 1755 auf dem Hülfensberg beigesetzte - Landgraf Christian in Eschwege eine kleine Hofhaltung. Die Ausübung des katholischen Kultus war auch ihm nur für sich und seinen Hof gestattet.

Erst 1832 - rund 300 Jahre nach der Reformation - fand in Eschwege wieder ein öffentlicher katholischer Gottesdienst in der Schlosskapelle (Rittersaal) statt. Um die Jahrhundertwende war die Gemeinde so angewachsen, daß die höchstens zweihundert Personen fassende Schlosskapelle für die sonntäglichen Gottesdienstbesucher viel zu klein geworden war.

Deshalb plante der Kirchenvorstand der Gemeinde, die seit 1896/97 den kirchenrechtlichen Status einer Pfarrei hatte, bereits 1901 den Neubau einer Kirche. Der Plan konnte schließlich - nach einiger Verzögerung - im Jahre 1905 mit dem Bau der Kirche St. Elisabeth verwirklicht werden.
   
24. Juni 1832 1. öffentlicher katholischer Gottesdienst nach der Reformation
in der Schloßkapelle
1837 Eschwege wird Pfarrkuratie und erhält eine katholische Volksschule
10. Januar 1897 Die Pfarrkuratie wird zur Pfarrgemeinde erhoben
  Theodor Bermoser ist erster katholischer Pfarrer in Eschwege
02. Oktober 1904 Grundsteinlegung der neuen Pfarrkirche

    

Grundsteinlegung der St. Elisabeth Kirche 1904

Die Pfarrkirche wurde von Baumeister Großklaus als dreischiffige Hallenkirche im romanischen Stil errichtet. Der Kirchbau in seiner heutigen Form hat ein prächtiges Rundbogenportal mit dorischen Säulen. Darüber sind ein Rosettenfenster mit Mosaikverglasung und eine steinerne Hl. Elisabeth angeordnet. Die Giebelfassade ziert ein Bogenfries. Das dreischiffige Langhaus ist mit kleinen Rundbogenfenstern mit Mosaikverglasung bestückt und im Querhaus ist jeweils ein großes Segmentbogenfenster ebenfalls mit Mosaikverglasung angeordnet. Der Innenraum der Kirche wurde Ende der 60er Jahre und dann nochmals 1988 – 1991 neu gestaltet. Er ist durch dorische Pfeiler und Säulen geprägt und hat Kreuzgewölbe mit Diensten. Im Querhaus sind vier lebensgroße, geschnitzte Figuren zu sehen. Die Herz Jesu Statue und die Hl. Elisabeth auf der linken Seite;  die Muttergottes mit Jesuskind  und der Hl. Josef auf der rechten Seite. Über dem Altar ist ein Missionskreuz aus Holz mit Korpus und den vier wappenartigen Darstellungen der Evangelisten. In der Seitennische ist die geschnitzte Pieta (Maria  mit dem Leichnam Jesu) zu sehen. Bemerkenswert ist der im Jahre 1997 im Studio Pante (Grödnertal – Südtirol) geschnitzte und auf Sandsteinplatten der Firma Gerloff befestigte Kreuzweg. Das Mittelfenster im Chorraum wurde von dem Künstler Bette entworfen und ist dem 4. Kapitel der Geheimen Offenbarung nachempfunden.
Die Kirche ist Kulturdenkmal, aufgrund ihrer künstlerischen, geschichtlichen und städtebaulichen Bedeutung als Kirchenbau des Historismus.
 

19. Okt. 1905 Einweihung der Pfarrkirche St. Elisabeth
durch
Diözesanbischof Adalbert Endert.
 

Pfarrer der St. Elisabeth Pfarrei

Pfr. Bermoser  1897 - 1907 1. Pfarrer und Erbauer der Kirche
Pfr. Kiesler 1907 - 1915  
Pfr. Ley  1915 - 1920  
Pfr. Storch 1920 - 1937  
Pfr. Falkenhan 1938 - 1962  
Pfr. Faulstich 1962 - 1978  
Pfr. Löhr 1978 - 2002  
Pfr. Wenner 2002 - 2008 ab 1. 08. 2008 Pfarrer in Witzenhausen
Dechant Kawollek 01.08. 2008 -  

Zum Zeitungsbericht aus 1905

100 Jahre später:

Zum Zeitungsbericht aus 2005

Zum Zeitungsbericht vom Juli 1952


 

50 Jahrfeier St. Elisabeth Kirche  -  1955

 

1957

 


1977

 

Unsere Kirche auf "Postkarten" aus früherer Zeit