Elisabeth Festwoche vom 2. 10. 2005 - 9. 10. 2005
 
 

Im Jahre 1905 wurde unsere
St. Elisabeth Kirche
(29.10.1905)
feierlich eingeweiht.

 

Aus diesem Grund haben wir
diesen Anlass gebührend gefeiert.

 

   
  Der Pfarrgemeinderat hatte dazu eine Festwoche beschlossen.

Mit den Programmtagen:

Sonntag
02.10.

9:30 Festgottesdienst
mit Bischof Heinz-Josef Algermissen
Kirchenchor + Kinderschola
Anschl.: Empfang im Pfarrsaal
             mit unserem Bischof

     
 

Heinz Josef Algermissen
Bischof von Fulda

 

Predigt im Pontifikalamt zum 100-jährigen Weihejubiläum
der katholischen Kirche St. Elisabeth zu Eschwege
am 2. Oktober 2005

 

Liebe Schwestern und Brüder der St. Elisabeth-Gemeinde!

In Israel gibt es zwei große Seen: der eine im Norden, der See Genezareth, der andere im Süden, am Rand der Wüste, das Tote Meer. Beide Seen werden durch ein und denselben Fluss gebildet, durch den Jordan, der...

Aber beide sind grundverschieden.

Der See Genezareth enthält frisches, klares Wasser, in ihm wimmelt es von Fischen und Wassertieren. In seiner Umgebung wächst, zumal im Frühjahr, eine üppige Vegetation.

Ganz anders das Tote Meer. In ihm lebt kein einziger Fisch. Kaum eine Pflanze wächst an seinem Ufer. Er ist im wahrsten Sinn ein „totes Meer".

Der Unterschied beider Seen rührt von zwei Gründen her.
Der See Genezareth nimmt das Jordanwasser auf und gibt es weiter. Er ist geöffnet zum Empfangen und Geben.
Das Tote Meer dagegen nimmt das Jordanwasser nur auf, gibt es aber nicht mehr ab, sondern lässt es bei sich selbst verdunsten. Dazu kommt noch: Sein Untergrund besteht aus salzigem Gestein. Es ist so versalzen und verbittert, dass das Wasser selbst versalzen wird, dass weder in ihm noch in seiner Nähe Leben gedeihen kann. Selbst tot und unfruchtbar tötet es sogar anderes Leben.

In diesem Bild der beiden Seen Israels scheint mir unser persönliches Leben und das einer christlichen Gemeinde dargestellt zu sein: Leben kann nur sein, wenn es einerseits geöffnet, empfangsbereit ist — und wenn es andererseits auch Empfangenes bereitwillig weiterschenkt, dem See Genezareth gleich. Wenn das nicht gelingt, muss Leben verkümmern.


Liebe Schwestern und Brüder!

Jesus, unser Herr, konnte sich deswegen „das Leben" schlechthin nennen, weil er beides wie keiner sonst realisierte. Er war ganz offen Gott gegenüber. Seine Speise war es, „den Willen seines Vaters zu tun". Andererseits war er aber auch in unübertrefflicher Weise offen für seine Mitmenschen, schenkte die von Gott empfangene Liebe an andere weiter. ER verschenkte sich bis zur Todeshingabe am Kreuz.


Liebe Schwestern und Brüder!

Es wird Ihnen sicher auch aufgefallen sein, dass das so genannte „moderne Denken" einen Begriff ausformuliert hat, der vor rund 30 Jahren noch gänzlich unbekannt war: Selbstverwirklichung.
Das an sich richtige und notwendige Ziel der Selbstverwirklichung wird von vielen sowohl atheistisch als auch egozentrisch missverstanden. Autonom halten sie sich selbst für die erste und letzte Instanz ihrer Lebensentscheidung. Individualistisch dreht sich bei ihnen fast alles um das eigene Ich — und das nicht ohne Folgen:
Es zerbrechen Ehen, weil jeder und jede nur die eigene Verwirklichung sucht; koste es, was es wolle.
Die Zahl derer, die nicht mehr bereit sind, sich für andere in Gesellschaft und Kirche ehrenamtlich zu engagieren, weil dadurch ihr Privatleben beeinträchtigt wird, wächst rapide. 

Ich-zentrierte Selbstverwirklichung aber gleicht dem Toten Meer, das in sich verschlossen und tot ist und in dessen Nähe deshalb auch kein Leben gedeiht. Genau das ist es, was Paulus in seinen Briefen mit den Worten „Sünde" und „Tod" bezeichnet. „Wir dürfen nicht für uns selbst leben ..., denn auch Christus hat nicht für sich selbst gelebt." (Rom 15, 1).

Was für uns, liebe Schwestern und Brüder, als Einzelne gilt, hat auch für jede Gemeinschaft, besonders für eine christliche Gemeinde, Bedeutung. Ein Jubiläum, wie Sie es heute hier feiern, sollte wohl auch eine Gelegenheit sein, sich zu vergewissern, worin wahres Leben einer Gemeinschaft begründet ist; wo deren Quelle ist. Ich glaube felsenfest, dass eine Kirchengemeinde mit all ihren Einrichtungen nur in dem Maße lebendig ist, als auch in ihr ein Empfangen und Weitergeben gelebt wird.

„Empfangen" allerdings nicht in dem gewöhnlichen Sinne, dass jede und jeder Einzelne nur für sich allein einen optimalen kirchlichen Service erwartet: also ansprechende Gottesdienste, soziale-caritative Hilfeleistung, Freizeitveranstaltungen und eine religiöse Überhöhung bestimmter Lebensereignisse wie Geburt, Eheschließung und Beerdigung. Nein, solch erwartete Rundumversorgung, solche Passivität widerspricht dem Leben, das uns Jesus geöffnet hat.

Wir müssen uns daran gewöhnen, Abschied zu nehmen von einer Versorgungskirche — und Formen finden, wie alle Getauften und Gefirmten sich ihrer Würde entsprechend einbringen können, mittragen können. Das wird, vermute ich, noch ein langer und schwieriger Weg, der vor uns liegt. Aber wir müssen ihn gehen! Nur so wird die kleiner werdende Zahl bekennender Christen in einer unchristlich werdenden Welt Sauerteig. Daraus ergibt sich auch, dass eine Gemeinde nur dann lebendig ist, wenn sie gemeinsam danach fragt, was Gott von ihr will; und wenn sie versucht, das dann Erkannte in die Tat umzusetzen. Es entspricht dem, was unser Hl. Vater beim Schlussgottesdienst des Weltjugendtages gesagt hat: „Wir müssen mit Weggefährten gemeinsam die große Pilgerstraße weitergehen, die uns die Weisen aus dem Orient zuerst gezeigt haben."


Liebe Schwestern und Brüder!

Ich sprach von der gemeinsamen Suche dessen, was Gott von Ihnen will — hier in Eschwege. Und von der Notwendigkeit, das als richtig Erkannte gemeinsam auch zu tun, konsequent zu tun. Das wird nur möglich sein im Vertrauen auf Gottes Beistand. Lassen Sie sich also anstecken von seiner Dynamik, treiben von seinem Sturmwind!

Seit unserer Taufe und Firmung sind wir alle „Geistbegabte", alle „Geistliche", wenn wir es richtig verstehen! Das ist der Energievorrat unseres Lebens, unseres Wirkens als Christen!

Gottes Geist möge Ihnen helfen, ein See Genezareth zu sein: eine Gemeinde, lebendig und geöffnet zum Empfangen und Geben — bloß kein Totes Meer, verbittert und versalzen. Das ist heute mein erster Wunsch an Sie!

Ich habe noch einen zweiten: Sie feiern ein großes Jubiläum, haben einen Festkalender erstellt. Vor 100 Jahren wurde Ihre Kirche geweiht. Seitdem haben sich hier immer wieder Menschen versammelt, um ihr Leben in den verschiedenen Grenzsituationen vom Glauben an Jesus Christus her zu deuten. Sie haben Ihre Gemeinde je neu auferbaut durch die Communio mit Christus im Brotbrechen ...

 
„Jubiläum" — Im Hintergrund dieses Wortes steht das hebräische „Jobel­jahr", das in Israel alle 7x7 Jahre im folgenden 50. gefeiert wurde und je ein Jahr des neuen Anfangs war.

Alles im gesellschaftlichen Leben des Volkes Gottes wurde im Jobeljahr in seinen ursprünglichen Zustand zurückversetzt: Schulden wurden aufgehoben, Sklaven wurde die Freiheit geschenkt.

Das Jobeljahr wurde als das Geschenk eines neuen Anfangs und einer sich stets erneuernden Geschichte verstanden. So erfuhr das Volk Israel, dass es gerade in der Tradition seines Weges mit Gott nicht auf seine eigene Vergangenheit festgelegt, sondern von der Zukunft Gottes her bewegt war.

Meine herzlichen Glück- und Segenswünsche möchte ich in diesem Zusammenhang verbinden mit meinem zweiten Wunsch: dass Sie aus der Feier Ihres Jubiläumsfestes Kraft erhalten, die nächsten notwendigen Schritte in die Zukunft zu tun.

Das gebe Gott!
Amen.

     

 

     

 

Bischof Heinz Josef Algermissen
mit unserem Pfarrer Hans-Jürgen Wenner

empf    

 

     

 

     

 

     

 

     

 
     
 
Montag
03.10.

10.00 Uhr Wallfahrt

am Tag der Deutschen Einheit auf dem Hülfensberg

17:00 – 18:00 Feierstunde zum Tag der Dt. Einheit

Musik:   Hr. Heskamp mit dem Chor Birkungen - Thüringen und dem Chor der Pfarrei St. Elisabeth

     

Dienstag
04.10.

20:00 Uhr Ökumenischer Abend
Vortrag über ökumenische Zusammenarbeit in unserem Kreis
Dekan Dr. Arnold und
Dekan Christof Steinert

   
Mittwoch
05.10
.

14: 30 Altennachmittag
Im Vinzenzhaus mit Kindergarten
Die älteren Leute aus der Gemeinde sind ebenfalls willkommen.
Aufführung des Elisabeth-Spiels durch die Kindergartenkinder

   
Donnerstag
06.10.

Tag der Frauen
9:00 Uhr Hl.Messe
Mitgestaltet von den Frauen unserer Gemeinde.
Anschließend:
Beisammensein zum Thema Hl. Elisabeth

   
 

 

   
 

Freitag
07.10.

Tag der Jugend - in der Kirche
18: 00  "Das Leben der Hl. Elisabeth" -  
Musical mit Liedern von P. Janssens
 

   

   
   
   
     
     
Samstag
08.10.

Tag der Familien
Basteln mit Kindern
rund um die Hl. Elisabeth
vorbereitet von dem Familienkreis

     
 
Sonntag
09.10.

9:30 Abschlussgottesdienst
Capella Liturgia – Hr. Heskamp

 
 



Unsere Kirche ist dieses Jahr das Motiv der Johannisfestplakette
Das Johannisfest ist das Heimatfest der Eschweger